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Trend Report – November 01, 2005

Juergen Daum’s Best and Next Practice Service

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English Version

 

Strategy & Performance Management bei Siemens Belux und die Rolle des Management Cockpit War Rooms Ein Interview mit Guy Bourdon1, Chief Consultant, Siemens Belux  

News categories: The New Economy Economics, Finance and Acounting, Performance Management and Controlling

 

von Jürgen H. Daum2

 

Siemens Belux wird seit dem Geschäftsjahr 2002 nicht mehr auf Basis eines traditionellen Finanzreportings und entsprechender Abweichungsanalysen geführt, sondern mit Hilfe eines strategieorientierten, KPI-basierten Management-Prozesses. Sichtbar wird dies vor allem durch den Management-Cockpit War Room im Souterrain des Siemens Forum in Brüssel, der „Zentrale“ von Siemens Belux, in dem heute die vierteljährlichen „Controlling-Meetings“ mit den Geschäftsbereichen und auch sogenannte „Ad-hoc Crisis-Meetings“ des Managements stattfinden. Die Einführung der neuen Managementprozesse und des Management Cockpit War Rooms hat die Arbeitsweise des Managements wesentlich verändert und  zu mehr Effizienz und Effektivität geführt. Im folgenden Interview mit Jürgen H. Daum, das im März 2005 stattfand, berichtet Guy Bourdon (siehe Foto), der Initiator für den neuen Management Prozess und für die Einführung des Management Cockpit War Rooms bei Siemens Belux, über die Motivation für den neuen Managementprozess, über die Nutzung und Einführung des Management Cockpit War Room Konzeptes und über die damit erzielten Ergebnisse.

 

 

Portrait Siemens Belux (Status: März 2005):  Siemens Belux ist eine ergebnisverantwortliche Region im Siemens Konzern und umfasst Belgien, Luxemburg und West- und Zentral-Afrika. Die Region erzielte im Geschäftsjahr 2004 einen Umsatz von 1,2 Mrd Euro (davon 377 Mio durch Export) und hatte per 30.09.2004 3900 Mitarbeiter. Das Unternehmen ist in sechs Geschäftsbereiche gegliedert: Communications, IT Business Services, Power, Industry, Transportation, Building Technologies, Medical Solutions. Hinzu kommen sechs Supportbereiche, die als Shared Services organisiert sind: Finance & Accounting, Communication, Human Resources, Information Technology, Procurement & Logistic und Real Estate.

 

Bei dem vorliegenden Interview handelt es sich um eine gekürzte Version des im folgenden Buch veröffentlichten Orginalinterviews: Jürgen H. Daum, Beyond Budgeting – Impulse zur grundlegenden Neugestaltung der Unternehmensführung und –steuerung, München, 2005, S. 203-226. (weiter Infos zum Buch unter: http://www.beyondbudgeting.de/bb_buch_d/bb_buch_d.htm). Diese gekürzte Version des Interviews wurde veröffentlicht in: ControllerNews, 4/2005, S. 129-132.


Interview als PDF-Dokument

 

Jürgen Daum: Herr Bourdon, was war die Motivation für die Neugestaltung des Management Prozesses und die Einführung des Management Cockpit War Rooms bei Siemens Belux?

Guy Bourdon: Uns wurde klar, dass wir zur Sicherung des Erfolgs einen mehr strategischen Ansatz benötigten. Durch den Trend zu Hochtechnologie- und Systemlösungen sind die Investitionen größer und die Entwicklungszeiten und damit die Vorlaufzeiten, bis man mit einer neuen Lösung auf den Markt kommen kann, länger geworden, was unter dem Strich bedeutet, dass das Risiko gestiegen ist. Um unter solchen Bedingungen erfolgreich sein zu können, benötigt man eine klare Strategie: wir müssen wissen, wo wir strategisch hin wollen, welche Lösungen wir wie entwickeln müssen, wie wir diese vermarkten wollen und wie wir interne und externe Partner einbinden. Zur erfolgreichen Umsetzung der Strategie, die sich über einen längeren Zeitraum hinzieht, benötigen wir einen konsequenten, bereichsübergreifenden strategischen Steuerungs- und Managementprozess. Denn wir müssen in jeder Phase nicht nur die technischen, sondern viele andere Aspekte berücksichtigen, um das Risiko zu minimieren und die Vermarktungschancen zu erhöhen und damit das Ergebnis zu sichern. Das heißt in der Konsequenz: ein Wandel vom Taktischen zum mehr Strategischen war erforderlich geworden - und das war unser Ausgangspunkt für die Einführung des Policy & Strategy Prozesses.

Jürgen Daum: Was ist das Ziel des neuen Policy & Strategy Prozesses bei Siemens Belux und wie funktioniert dieser?

Guy Bourdon: Ziel des Policy & Strategy Prozess ist es, permanent das aktuelle Geschäftsjahr plus zwei Jahre aus einer Geschäfts- bzw. aus einer strategischen Perspektive im Managementteam im Blick zu haben. In diesem Corporate Planning Prozess erstellen, überwachen und adaptieren wir unseren strategischen Business Plan.

Dies beginnt mit einer Analysephase, in der wir uns unsere interne und externe Situation ansehen. Darauf folgt die Entwicklung bzw. Überarbeitung der Mission und Vision und unserer Unternehmenswerte. Danach passen wir die strategischen Ziele und die Policies und Strategies an – dies geschieht mittels der Technik der Strategy Maps. Das heißt, wir diskutieren und definieren im Management Team die Ursache-Wirkungsbeziehungen zwischen den verschiedenen strategischen Zielen, um auch im Detail zu einem gemeinsamen Verständnis der Strategie und der inneren Logik der Strategie zu gelangen. Dann überprüfen wir die Indikatorenziele der Balanced Scorecard, brechen diese entlang der Verantwortungs-Hierarchie herunter, definieren bzw. überarbeiten die Aktionspläne, und definieren dann die Key Performance Indikatoren und Performance Indikatoren des Management Cockpits.

Wenn Sie so wollen ist der Policy & Strategy Prozess unser Strategie-Management-Prozess. Diesen durchlaufen wir zweimal im Jahr. Einmal Anfang des Jahres. Darauf folgt ein zweiter Zyklus als Review nach dem zweiten Quartal also im Juli.     

 

Abb. 1: Foto eines Management Cockpit War Rooms (Quelle: N.E.T. Research)

 

Jürgen Daum: Kommen wir zum Management Cockpit War Room. Wofür braucht man einen Management Cockpit War Room?

Guy Bourdon: Das erste und wichtigste Thema ist die Verbesserung der Qualität von Entscheidungen und die Beschleunigung der Entscheidungsprozesse. 

Der CEO und der CFO und diejenigen, die  für das Business in unserer Region verantwortlich sind, sollen anstehende Entscheidungen so schnell wie möglich und so proaktiv wie möglich treffen können, in dem die erforderlichen Informationen möglichst gut, d.h. managementgerecht und aus einer strategischen Perspektive aufbereitet und dargestellt werden – und das permanent. Damit wird es möglich, die unterschiedlichen, teilweise im Gegensatz miteinander stehenden Aspekte auf einen Blick aufnehmen und dann effektiv und effizient entscheiden zu können und genau zu wissen, wo man Zeit hat und wo man keine Zeit mehr hat und sofort etwas tun muss.

Jürgen Daum: In welcher Beziehung steht das Management Cockpit zum Policy & Strategy Prozess?

Guy Bourdon: Das Management Cockpit ist unser Controlling-Tool für den Policy & Strategy Prozess. Alle Indikatoren, die Key Performance Indicators und Performance Indicators, die für die Umsetzung der Strategie wesentlich sind, finden Sie im Management Cockpit. Das ist die Verbindung.

Jürgen Daum: Für welche Art von Management-Meetings wird der Management Cockpit War Room genutzt?

Guy Bourdon:  Zum einen nutzen wir den Management Cockpit War Room, um ad-hoc Krisensituationen zu managen. Immer dann, wenn eine Situation eintritt oder etwas entdeckt wird, das die Strategie gefährdet und das ein sofortiges Reagieren erfordert, löst dies ein Krisenmeeting im Management Cockpit Raum aus, um das Thema gezielt anzugehen. Und das geht sehr schnell. Wir brauchen etwa einen Tag Vorlauf, um ein solches Meeting vorzubereiten und einzuberufen.

Andere Meetings im Management Cockpit War Room können sich aus der monatlichen Performance Analyse ergeben, die vom Cockpit Officer, das ist unsere Leiterin Controlling, und dem Chief Cockpit-Officer, das bin ich selbst, durchgeführt werden. Dabei schauen wir uns alle Key Performance Indicators an und berufen dann, wenn es erforderlich ist, spezifische Meetings zu den jeweiligen Themen ein.

Quartalsweise machen wir Global-Reviews. Da werden dann systematisch alle Geschäftsbereiche und Support-Funktionen behandelt. Das sind die so genannten Quarterly Controlling Meetings - QCM. Teilnehmer sind der CEO, der CFO, die Entity-Manager und Entity-Controller, sowie der Chief Cockpit Officer und Cockit Officer. Und Entity bedeutet: Geschäftsbereich oder  Shared Service. Der Cockpit Officer kommt wie gesagt aus dem Controlling. Der Chief Cockpit Officer bin ich selbst. 

Jürgen Daum: Was wird in den Quarterly Controlling Meetings behandelt und wie laufen diese ab?

Guy Bourdon: Die Quarterly Controlling Meetings laufen in einer festen Reihenfolge ab: zunächst gibt es einen Corporate Overview für einen kleineren Teilnehmerkreis. Dieser umfasst den CEO, den CFO, den Chief Cockpit Officer und den Cockpit Officer. Ziel dabei ist, dem CEO und dem CFO einen Überblick über die aktuelle Situation zur Vorbereitung der nachfolgenden Review Meetings mit den Entities zu geben. Erst dann finden jeweils die Review Meetings für alle Shared Services und dann für alle Geschäftsbereiche statt.

In jedem der einzelnen Review Meetings der Entities analysieren wir zunächst den Status der Aktionspunkte des letzten Meetings, also der beim letzten QCM getroffen Entscheidungen. Dann analysieren wir den aktuellen Status der Key Performance Indicators des Management Cockpits der jeweiligen Entity. Dabei gilt: es werden nur die sogenannten „Red Flags“ behandelt und diskutiert, also nur die Indikatoren, die sich in einem kritischen Status befinden oder drohen, in Kürze in einen kritischen Status zu kommen. Hinzu kommen dann meist ein oder zwei spezifische Themen, die zusätzlich auf die Agenda gesetzt werden. Dabei kann es sich um Themen handeln, die die Region oder Siemens global betreffen oder auch um Themen aus der jeweiligen Entity.

Ich bin verantwortlich für die Tagesordnung und ich leite alle Themen ein und kümmere mich um die Inhalte der „Walls“ im Management Cockpit War Room, die die Key Performance Indicators für Siemens Belux insgesamt darstellen.

Der Cockpit Officer ist für den Betrieb des sogenannten Flight Deck im Management Cockpit War Room zuständig. Damit werden online, aus dem System, die Informationen für die jeweilige Entity an die Wand projiziert und es können bei spontan auftretende Fragen im Meeting zu den dargestellten Key Performance Indicators durch Drill Down weitere Detail-Informationen aufgerufen und dargestellt werden.  

Jürgen Daum: Dann gibt es noch einige Verhaltensregeln, die während eines Cockpit Meetings beachtet werden müssen. Können Sie dazu etwas sagen?

Guy Bourdon: Eine wichtige Regel ist, dass nur die im Management Cockpit dargestellten, standardisierten Informationen im Review Meeting zugelassen sind. Weiteres Material, vor allem individuelle Power-Point-Präsentation der Enities sind nicht erlaubt. Damit soll erreicht werden, dass immer die gleichen Informationen als Grundlage der Reviews dienen und es soll vermieden werden, dass, je nachdem, wo es gerade gute Neuigkeiten gibt, nur diese Informationen schwerpunktmäßig einbebracht werden und so das Bild verzerren.

Eine weitere wichtige Regel ist, dass bei Themen, die auf die Agenda gesetzt werden, also bei den sogenannten „Red Flags“, keine „Warum“-Fragen erlaubt sind. Damit sollen lange und unproduktive Diskussion über die vermeintliche Schuldfrage und die Vergangenheit vermieden und der Fokus vielmehr auf die Zukunft auf die Aktionen gelenkte werden, die ergriffen werden müssen, um eine unbefriedigende Situation ins Positive zu verändern. Wird ein solches Thema diskutiert, muss zunächst der Verantwortliche mitteilen, was er oder sie zu tun gedenkt, um die Situation zu verändern und das rote Signal bis zum nächsten Meeting in ein grünes umzuwandeln.

Eine weitere wichtige Regel in diesem Zusammenhang ist auch, dass mit offenen Karten gespielt wird. Sehen Sie als verantwortlicher Manager, aus welchen Gründen auch immer, auf absehbare Zeit keine Möglichkeit, den Zustand ins Positive zu verändern, so wird erwartet, dass Sie im Meeting direkt sagen, was sie erreichen können und was nicht. Wir wollen auf keinen Fall, dass falsche Hoffnungen geweckt werden, die dann nicht zu erfüllen sind.  Denn nur so sind der CEO und der CFO in der Lage, die notwendige Arbitration zu organisieren, also rechtzeitig für Kompensationsmöglichkeiten in anderen Bereichen zu sorgen, so dass die Region ihre Gesamtziele doch noch erreichen kann.

Jürgen Daum: Welches sind die wesentlichen Verbesserungen, die Sie bei Siemens Belux durch den Einsatz des Management Cockpits erreicht haben?

Guy Bourdon: Ganz eindeutig ist die wichtigste Verbesserung, dass wir dank des neuen Policy&Strategy Processes und des Management Cockpits die Transformation vom taktischen zum strategischen Management hin bekommen haben. Ohne das wäre es für uns, im nun schwierigen Geschäftsumfeld seit 2002, noch schwieriger geworden. Denn erst durch die übergreifende Transparenz bei Chancen, Risiken, möglichen Synergien und „How-To“ kann man das volle Potential eines Unternehmens oder eines Bereichs realisieren.

Dann ist unser Controlling und sind die Controlling Meetings wesentlich effizienter geworden. Wir brauchen heute für das Quarterly Controlling Meeting eines Geschäftsbereichs typischerweise 60 Minuten. Früher haben wir dafür zwei bis vier Stunden benötigt. Nun brauchen wir weniger Zeit und sind effektiver, da wir die Themen breiter und proaktiver angehen. Der Ansatz bei der Strategie, der nun in die operative Steuerung und das „Day-to-Day Controlling“ hineinreicht, sowie der Fokus auf das Management von strategischen Programmen generiert einfach viel bessere Ergebnisse – was das Geschäfts selbst betrifft, in Form niedrigerer Kosten, einer geringeren Kapitalbindung und dem Aufbau wichtiger Kompetenzen bei den Mitarbeitern. 

Auch bei den Shared Services haben wir durch den Management Cockpit Ansatz große Fortschritte gemacht. Früher wurden die Shared Services bei den Controlling Meetings allenfalls nur gestreift. Nun werden die Shared Services voll mit einbezogen und können so einmal besser kontrolliert werden, aber sie können auch umgekehrt mehr über das Geschäft ihrer internen Kunden und über deren Geschäftsentwicklung erfahren, um sich proaktiv mit ihren Services darauf einzustellen. Die Shared Services waren so, in der schwierigen Geschäftssituation der letzten Jahre, in der Lage, selbst die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um ihre Effizienz und Effektivität zu verbessern. Sie konnten dadurch ihre Gesamtkosten um 35% reduzieren.

Jürgen Daum: Was empfehlen Sie anderen Unternehmen bzw. ihren Kollegen in anderen Unternehmen, die, ähnlich wie bei Siemens Belux, ihre Managementprozesse und die strategische Steuerungsfähigkeit des Unternehmens verbessern möchten? Wo soll zunächst begonnen werden? Auf was ist vor allem zu achten? 

Guy Bourdon: Beginnen Sie möglichst einfach. Machen Sie es nicht zu kompliziert. Jeder Manager versteht im Grunde relativ schnell um was es geht. Das Management Cockpit Konzept ist an sich einfach, aber man muss es auch im Einführungsprozesses einfach behandeln. Das heißt auch, beim ersten Meeting erst einmal mit wenigen Indikatoren und nur mit der Black Wall beginnen. Das Management soll sich schrittweise an das neue Verfahren gewöhnen können, bevor Sie weitere Indikatoren hinzufügen. Erst beim nächsten Meeting kommt dann die Blue Wall dazu, also die Detail-Sicht auf die internen Prozesse, und die Red Wall, die Detail-Sicht auf Markt, Wettbewerber und Kunden, kommt dann erst bei übernächsten Meeting dazu. Das Flight Deck beginnt dann erst beim folgenden Meeting zu funktionieren.

Setzen Sie den Fokus auf die Strategie und bleiben Sie dabei. Das Hilfsmittel dazu ist die richtige Auswahl der Indikatoren, der strategisch relevanten Indikatoren, aber auch die Reduktion der Informationen im Berichtswesen. Wir haben zum Beispiel die Anzahl der Berichts-Element bei den Financials von früher 140 auf heute plus minus 20 reduziert, aber dafür mehr Leading-Indicators mit rein genommen – über den Markt, aus dem Bereich Human Ressources, der IT, über den Status wichtiger Initiativ-Programme. Gehen Sie bei der Auswahl der Indikatoren jedoch pragmatisch vor. Der theoretisch beste Indikator muss nicht wirklich der beste sein - nämlich zum Beispiel dann, wenn Sie keine qualitativ ausreichenden Datenquellen finden. Gehen Sie deshalb bei der Auswahl der Indikatoren nach dem Prinzip „Versuch und Irrtum“ vor. Bereiten Sie sich darauf vor, Indikatoren, die nicht funktionieren, durch andere zu ersetzen.

Und unterschätzen Sie die Wichtigkeit einer guten Kommunikationsstrategie für den Projekterfolg nicht. Sie müssen für jede Zielgruppe das passende Kommunikationsprogramm entwickeln. Versuchen Sie nicht alle mit der gleichen, auf das Top Management zielenden Kommunikationskampagne, zu erreichen. Das hat keinen Sinn, denn die Leute in anderen Bereichen denken bei bestimmten Begriffen nicht an das Gleiche, oder an die gleichen Probleme, wie das Top-Management.

Schaffen Sie eine einheitliche und gleiche informationstechnische Plattform für alle Entities, also für alle Geschäftsbereiche als auch für alle Support-Bereiche/Shared Services. Wenn ein Bereich die Plattform für eigene Zwecke nutzen und weitere Ebenen, also Sub-Entities einfügen will, dann lassen Sie das zu. Das verbessert die Informations-Integration und damit die Management-Kommunikation im Unternehmen.   

Und schließlich: Unterschätzen Sie nicht den Zeitfaktor. Man kann relativ schnell mit einer ersten einfachen Version eines Management Cockpit War Room beginnen. Aber es erfordert einen Lernprozess bei allen Beteiligten damit produktiv umzugehen, um für die nächste Ausbaustufe bereit zu sein. Und vor allem muss das Management das eigene Wertesystem bzw. die eigene Management-Philosophie verändern – weg vom taktischen, vom Fokus auf das nächste Quartalsergebnis, und hin zur Strategieumsetzung und zur Behandlung der Frage, wie damit dann das Ergebnis des nächsten Quartals, das Ergebnis zum Ende des Jahres, das Ergebnis des nächsten Jahres beeinflusst werden kann.

Die Manager im Unternehmen müssen lernen, mit der höheren Transparenz zu leben und dass sie nun nach der Umsetzung der Strategie, und nicht nur auf Basis der erzielten Finanzergebnisse beurteilt werden. Und das alles braucht eben seine Zeit. 

Jürgen Daum: Herr Bourdon, vielen Dank für das sehr interessante Gespräch.

 

 

 

1Guy Bourdon ist Chief Consultant bei Siemens s.a., Brüssel, der Holding des Siemens Konzerns für die Region Belux und West & Central Afrika. Er berichtet an und berät sowohl den CEO als auch den CFO von Siemens Belux. In dieser Funktion ist er zuständig für strategische Initiativen, M&A Services, und die Verbesserung der Management-Prozesse. Er war der wesentliche Initiator und dann der Projektleiter für die Implementierung des neuen „Policy & Strategy Process“ und des Management Cockpit „War Rooms“ bei Siemens Belux.

2Jürgen H. Daum ist Management Adviser, Finance & Unternehmenssteuerungs-Experte und Chief Solution Architect bei der SAP, Walldorf. Für die CFOs und Controller zahlreicher europäischer Unternehmen fungiert er als Ideen- und Impulsgeber bei der Neuausrichtung der Finanzorganisation und der Unternehmenssteuerung. Zusammen mit seinen Kollegen betreibt seit 2003 das sogenannte SAP Finance Best Practice Network. Es dient als Plattform für die CFOs europäischer SAP-Kunden und für ihre Finanzarchitekten sich über „Finance Best and Next Practice“ gezielt auszutauschen und gemeinsam Wege in Richtung der Finanzorganisation der Zukunft zu erarbeiten. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in Fachzeitschriften, spricht auf Konferenzen im In- und Ausland und ist Autor von „Intangible Assets oder die Kunst, Mehrwert zu schaffen“ (dt.: 2002, engl.: 2003) und „Beyond Budgeting“ (2005). Vor seiner Zeit bei SAP war er kaufmännischer Leiter eines mittelständischen Unternehmens.  E-Mail: jhd@juergendaum.de , Website: http://www.juergendaum.de/

 

 

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Additional Resources:

 

The Management Cockpit “War Room” at Iglo-Ola (Unilever Belgium): An Interview with Iglo-Ola’s Financial Controller Ghislain Malcorps

Interview with Patrick M. Georges, inventor of the Management Cockpit War Room concept: How can executives improve their personal productivity?

N.E.T. Research – The Management Cockpit Company

Interview mit David P. Norton, Co-Erfinder der Balanced Scorecard

SAPs White Paper, verfasst von David P. Norton und Jürgen H. Daum: “Strategic Enterprise Management – Strategien erfolgreich umsetzen: Die Balanced Scorecard” (Mai 2000)

Weshalb ein neues Management System ? – Artikel von Jürgen H. Daum

Über Jürgen Daum's Buch: "Beyond Budgeting: Impulse zur grundlegenden Neugestaltung der Unternehmensführung und Steuerung" (Meidenbauer 2005)

Über Jürgen H. Daum's Buch: Intangible Assets oder die Kunst, Mehrwert zu schaffen (Galileo-Press, 2002)

Interview mit Jürgen H. Daum: Intangible Assets - die Kunst, Mehrwert zu schaffen

J.D.’s Beyond Budgeting Info Center

J.D.’s Best Practice Channel – Finance

J.D.’s Trend Reports

 

 

Related Trend Reports:

CFO Dialog: The Future of Enterprise Performance Management - From Best to Next Practice. A discussion with the CFOs of four leading European companies

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Finance Transformation: Wie CFOs ihren Bereich zukunftsfähig machen

Beyond Budgeting: Impulse zur Neugestaltung der Unternehmensführung und –steuerung

April 30, 2005 - Vom Controlling zum Business Support - „Beyond Budgeting“ bei Boots/BHI. Ein Interview mit Matthias Steinke, CFO BHI Deutschland

Vector-Based Performance Measurement: Linking the Subjective and Objective Dimension into One System of Performance Measurement

Panel discussion: Beyond Budgeting – breaking free from the annual fixed budget

Interview with Jeremy Hope: The Origins of Beyond Budgeting and of the Beyond Budgeting Round Table (BBRT)

Beyond Budgeting on the move: report from the First Annual Beyond Budgeting Summit in London

Interview with Lennart Francke: Managing without budgets at Svenska Handelsbanken

Why companies need new management systems to achieve sustained profitability - especially in difficult economic times

Approaching the next level of shareholder value management – the art of corporate performance management (part 2)

Approaching the next level of shareholder value management – basics (part 1)

Performance Management Beyond Budgeting: Why you should consider it, How it works, and Who should contribute to make it happen

The book of the month: “Good to Great: Why some companies make the leap…and others don’t” by Jim Collins

Corporate Performance Management: Managing profitability and growth in the new environment

How to create value with Real Options based innovation management

The book of the month: “Ownership and Value Creation – Strategic Corporate Governance in the New Economy” by Rolf H. Carlsson

Leveraging e-Business Opportunities for Finance – Q&A with Juergen Daum

Interview with Leif Edvinsson: Intellectual Capital: the new wealth of corporations

How Systems Thinking / Systems Dynamics helps to identify limits to growth to boost innovation value

How scenario planning can significantly reduce strategic risks and boost value in the innovation chain

Interview with David P. Norton: "Intangible Assets and the Balanced Scorecard"

Beyond Budgeting: How to become an adaptive sense-and-respond organization

“The Mind of the C.E.O” by Jeffrey E. Garten

The book of the month: “The Innovator’s Dilemma” by Clayton M. Christensen

The Book of the Month: “The Strategy-Focused Organization” by Robert Kaplan and David Norton

 

 

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